Nijdra deel twee kijkt vooruit

Nijdra schaut voraus (Teil 2)

Interview

Nijdra schaut voraus (Teil 2)

„Wir lassen uns nicht von Hypes und kurzfristigem Denken verrückt machen“

Nijdra ist bekannt für seine hochwertigen Präzisionsteile und mechatronischen Systeme. Aber die Ambitionen reichen weiter als das reine fachmännische Können. Die Geschäftsführung, bestehend aus Saskia van Dijk-Nije, Dennis van Dijk und Jeroen Nije, berichtet in zwei Teilen, wie die Firma sich für die kommenden zehn Jahre rüstet. Teil 2: Menschen und Maschinen.

Von Frustration zu Innovation: Die Sache ERP

Einer der konkreten Engpässe innerhalb von Nijdra sind die Verwaltungslasten. Das aktuelle ERP-System entspricht nicht mehr den Bedürfnissen, vor allem bei der Abteilung Arbeitsvorbereitung. Das System ist langsam, komplex und führt zu Ineffizienz. „Fachleute verlieren zu viel Zeit bei der Verwaltung statt ihrer eigentlichen Arbeit“, sagt Jeroen. „Das frustriert und verzögert. Wir wollen ein System, das uns unterstützt statt behindert.“ Deshalb entscheidet sich Nijdra für eine sogenannte Greenfield-Implementation: ein völlig neues ERP, erstellt ohne den Ballast alter Arbeitsweisen. Das Ziel: Ein zukunftsbeständiges System, das Prozesse vereinfacht und Durchlaufzeiten verkürzt. „Es ist eine Investition, aber eine die entscheidend ist für unsere Flexibilität“, so Saskia.

Investitionen ins Rückgrat: Maschinen und Produktion

Die Maschinenparks bilden das Rückgrat der Organisation von Nijdra. Hier entstehen Präzisionsteile für die mechatronischen Systeme, die die Firma weltweit bekannt machen. Um sich weiterhin auszuzeichnen, investiert Nijdra strukturell in die Modernisierung und Erweiterung dieser Einrichtungen. Vor kurzem wurden zirka 2,5 Millionen Euro in die neuesten Technologien investiert, um Wachstumschancen optimal zu nutzen und die Produktionskapazität zu stärken. „Es läuft gut bei der Nijdra Group. Und wir sehen immer noch eine Menge Wachstumschancen“, fasst die Firma die Motivation auf der Website zusammen. Dieser anhaltende Fokus auf Maschineninvestitionen sorgt für höhere Effizienz, Genauigkeit und Flexibilität, sodass Nijdra komplexe Aufträge weiterhin verwirklichen kann, ohne den persönlichen Touch zu verlieren.

Nachhaltigkeit: Von Silber zu einer grüneren Zukunft

Nachhaltigkeit ist im Kern der Strategie von Nijdra eng verflochten, nicht als Trend, sondern als logische Folge von verantwortungsvollem Unternehmen. Schon seit 2017 wird die Firma jährlich von EcoVadis beurteilt, der internationalen Plattform für Nachhaltigkeitsleistungen. Die neueste Verlängerung dieser EcoVadis-Medaille betont wiederum unseren unaufhörlichen Einsatz auf dem Gebiet von Umwelt, Ethik, Arbeitsbedingungen und nachhaltigem Einkauf. Außerdem setzt Nijdra stark auf Refurbishment und Wiederverwendung von Materialien und Teilen. „Indem wir verschlissene Komponenten revidieren statt zu ersetzen, verringern wir Abfall, sparen wir Rohstoffe und senken wir den ökologischen Fußabdruck. Wir wollen nicht nur Produkte machen, die lange halten, sondern auch Prozesse, die den Planeten schonen“, sagt Saskia. Diese Herangehensweise passt genau zur langfristigen Vision: Eine Firma, die nicht nur ökonomisch, sondern auch ökologisch floriert und mit Stolz der nächsten Generation übergeben wird.

Auf Menschen kommt es an

Technologie und Prozesse sind wichtig, aber ohne Menschen gibt es keine Firma. In den kommenden zehn Jahren geht ein Drittel des Personals in Rente, etwa dreißig Mitarbeitende. Das bedeutet, dass Wissen und Erfahrung zu verschwinden droht. „Das ist vielleicht unsere größte Herausforderung“, stellt Jeroen fest. „Wir haben Mitarbeitende, die hier schon vierzig Jahre arbeiten. Ihr Wissen ist Gold wert. Wenn wir das nicht weitergeben, verlieren wir etwas Wesentliches.“ Deshalb arbeitet Nijdra eng mit Schulen und technischen Ausbildungsrichtungen zusammen. Schüler erhalten die Möglichkeit, Praktika zu absolvieren und sich durch duale Ausbildungsprogramme innerhalb des Unternehmens weiterzuentwickeln. Saskia: „Wir müssen den Jugendlichen zeigen, dass Technik spannend und relevant ist. Hier macht man Produkte, die Impact haben: Von medizinischen Geräten bis zu Teilen für die Energiewende. Diese Geschichte müssen wir stärker verbreiten, auch über soziale Medien.“ Ausbildung endet nicht bei den Neuzugängen. Auch bewährte Mitarbeitende werden angeregt, sich weiterzuentwickeln. „Technologie ändert sich so schnell, dass Stillstand keine Option ist“, sagt Dennis. „Ausbilden ist für uns keine Kostenfrage, sondern eine Investition in die Zukunft. Alle müssen in der Innovation mitgenommen werden, sonst verliert man Unterstützung.

Gleichgewicht zwischen Tradition und Innovation

Was im Gespräch mit den drei Geschäftsführenden auffällt, ist das ständige Gleichgewicht zwischen Tradition und Innovation. Das Familienunternehmen will innovieren und wachsen, aber ohne die eigene Identität zu verlieren. „Wir haben gelernt, dass man nicht alles mitzumachen braucht, was hip ist“, sagt Saskia. „Wir wählen bewusst aus, wo wir Fortschritt wollen und wo wir gerade Stabilität bieten. Unsere Kunden schätzen die Zuverlässigkeit.’’ Jeroen: „Es geht nicht darum, größer zu werden, sondern darum, klüger und flexibler zu sein“, so Jeroen. „Wir möchten bereit für die Zukunft sein, ohne uns selbst in Komplexität zu verlieren.“

2030: Ambitionen und Realitätssinn Hand in Hand
Nijdra will natürlich seinen Umsatz steigern, den Halbleitersektormarkt weiter vertiefen, KI erfolgreich integrieren, KPIs strukturell verwenden, ein neues ERP lancieren, junge Fachleute ausbilden und Nachhaltigkeit weiter verankern. Zugleich bleibt die Kultur von Zuverlässigkeit und Partnerschaft unangetastet.

„Wir brauchen keine Luftschlösser“, sagt Saskia. „Unsere Stärke ist Realitätssinn. Wir machen, was wir versprechen, und verspechen nur, was wir halten können.“ Die Geschäftsführung ist sich der Herausforderungen bewusst: Knappheit auf dem Arbeitsmarkt, steigende Kosten, Zahlungsrisiken und immer anspruchsvollere Kunden. Aber statt Hindernisse zu leugnen, nennt die Firma sie offen und sucht nach konkreten Lösungen. „Das Wichtigste ist, dass wir unseren Kurs einhalten“, sagt Dennis. „Wir lassen uns nicht von Hypes und kurzfristigem Denken verrückt machen. Kontinuität steht über allem.“