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Prozesse optimieren

Interview

Prozesse optimieren


Mitten in einer Welt voller Präzision und Innovation arbeitet Dorus van Vliet (34) als Co-Engineer bei Nijdra. In Middenbeemster aufgewachsen, kam er ganz spontan an einem Tag der Offenen Tür in die Firma, wo er inzwischen für die Entwicklung, Betreuung und immer wieder Verbesserung von technischen Prozessen und Montage zuständig ist. Ein Gespräch über Neugier, die Liebe zum Puzzeln und den Ehrgeiz, Nijdra bereit für eine Zukunft voller Wachstum und Spezialisierung zu machen.

Dorus, kannst du erzählen, wie du zu Nijdra gekommen bist?
„Klar. Mein Hintergrund ist der Maschinenbau, ich habe an der Fachhochschule in Amsterdam studiert. Nach meinem Studium habe ich ein paar Jahre bei einem Ingenieursbüro gearbeitet, vor allem im Büro. Irgendwann hat mich das nicht mehr so gereizt und zufällig hörte ich von meinem Vater, dass es einen Tag der offenen Tür bei Nijdra gab, in unserem Dorf. Er wusste, dass es eine technische Firma ist und ob es nicht etwas für mich sei, mir das mal anzuschauen. Nach dem Essen habe ich mich gleich aufs Fahrrad geschwungen und bin ins Industriegebiet gefahren.“

Und das hat dir gut gefallen?
„Ich bekam dort eine Führung von Dennis van Dijk. Bei der Führung fragte er gleich nach meinem technischen Hintergrund und stimmte seine Führung ein bisschen darauf ab. Ich erkannte viel von dem, was er erzählte und was ich sah. Am Ende der Führung kam ich mit Ton ten Bosch ins Gespräch, der damals die Abteilung Arbeitsvorbereitung leitete. Es war ganz besonders: Anstatt dass ich mich selbst verkaufen musste, versuchten sie mich zu überzeugen, bei Nijdra zu arbeiten. Schließlich habe ich einen Probetag gemacht und so bin ich zu Nijdra gekommen.“

Kanntest du Nijdra schon?
„Ja, ich bin in Middenbeemster geboren und aufgewachsen. Es ist vielleicht verrückt, aber ich wusste jahrelang nicht, was Nijdra genau macht. Man kannte den Namen, der stand auf dem Gebäude, aber es blieb immer ein bisschen ein Mysterium. Man weiß, dass es eine Pralinenfabrik gibt, eine Sporthalle, aber was so eine große Firma wie Nijdra macht, ist für Außenstehende oft unklar. Eigentlich schade, denn wenn ich das früher gewusst hätte, hätte ich gern während meines Studiums hier Ferienjob gemacht.“

Wie lange arbeitest du jetzt bei Nijdra?
„Ich bin jetzt 34 Jahre und arbeite seit zwei Jahren hier, habe also im Sommer 2022 angefangen. Offiziell wurde ich als Arbeitsvorbereiter/Prozessingenieur eingestellt. Inzwischen ist meine Funktion etwas breiter geworden: Ich bin jetzt echt Co-Engineer geworden und in der Abteilung sind wir mit einer neuen Installation beschäftigt und suchen zusätzliche Kolleginnen und Kollegen.“

Kannst du beschreiben, was deine Rolle alles beinhaltet?
„Es ist eine sehr breite Funktion, bei der ich eigentlich alle technischen Aspekte innerhalb der Firma betreue. Zum Beispiel unterstütze ich verschiedene Abteilungen wie Verkauf, Einkauf und vor allem Montage. Wenn ein neues Projekt reinkommt, schauen wir, ob es machbar ist mit dem Wissen und den Werkzeugen, die wir haben. Wir schätzen die Komplexität ein, überprüfen die Spezifikationen und suchen manchmal nach Alternativen, wenn ein Lieferant nicht genau das liefern kann, was gewünscht wird. Ein wichtiger Teil meiner Arbeit ist die Betreuung der Montageprozesse. Ich erstelle Arbeitsanweisungen, bilde die Monteure aus, beteilige mich an den Überlegungen zu speziellen Geräten und Werkzeugen. Das Ziel ist immer: wie können wir ein Produkt so effizient und fehlerlos wie möglich zusammenstellen, von der ersten Angebotsphase bis zum Endprodukt.“

Kommst du in deiner Arbeit auch viel mit Kunden in Kontakt?
„Ja, immer mehr. Vor allem bei neuen Produkten bin ich schon früh bei den Gesprächen mit den Kunden dabei. Wir überleben uns dann zusammen, ob es machbar ist, und machen manchmal Vorschläge, den Entwurf etwas anzupassen, damit er innerhalb unserer Firma besser passt. Wenn ein Kunden schon ein bestehendes Produkt hat und Teile der Arbeit an uns delegiert, sind wir etwas weniger intensiv einbezogen.“

Mit was für Kunden arbeitest du oft zusammen?
„Wir arbeiten unter anderem für große Kunden wie ASML, aber auch für kleinere, junge Unternehmen. Zum Beispiel ein Startup aus Delft, das Orthesen entwickelt. Den jungen Unternehmen helfe ich auch bei Dingen wie der Verwaltung von technischen Zeichnungen, dem Erstellen von Spezifikationen und dem Betreuen von Änderungen. Oft sind es junge Leute, die gerade von der Uni kommen und noch nicht wissen, wie so ein Prozess funktioniert. Mir gefällt es, da ein bisschen Coach zu spielen.“

Kannst du ein Beispiel eines Projekts geben, bei dem dein Fachwissen wirklich einen Unterschied gemacht hat?
„Klar. Was ich selbst sehr gern mag, ist die Betreuung von komplexen Montageprozessen. Neulich habe ich für eine große Maschine den ganzen Montageprozess in digitale Schritte aufgeteilt - mit Bildern. So können die Monteure genau sehen, wie alles montiert werden muss, wo Klebstoff angebracht werden muss und welche kritischen Punkte es gibt. Ich habe mir dabei auch spezielle Hilfstools ausgedacht, so dass das Zusammenbauen klüger und effizienter verläuft und weniger fehleranfällig ist. Diese Art von Herausforderungen erfüllt mich wirklich.‘

Was macht deine Arbeit bei Nijdra interessant oder vielleicht manchmal gerade unvorhersehbar?
‚Die Arbeit ist sehr unterschiedlich. Jeder Kunde, jedes Produkt ist anders. Manchmal trifft man auf komplexe Toleranzen oder schwierige Passing-Probleme, dann muss man wirklich gut über die beste Reihenfolge und Methode nachdenken. Das eine Mal ist es eine Herausforderung im Montageprozess, das andere Mal muss man ein Testverfahren entwickeln, das sowohl den Anforderungen des Kunden genügt als auch für uns praktisch durchführbar ist. Man weiß vorher nie genau, was auf einen zukommt, so macht die Arbeit Spaß.“

Wie beziehst du den Kunden in den Prozess ein und wo ist für dich die Grenze dessen, was du teilst?
„Manche Dinge sind gewissermaßen Geheimrezepte. Wir versuchen oft, Prozesse zu optimieren, manchmal sogar anders zusammenzusetzen, als der Kunde es selbst sich selbst ausgedacht hatte. Da beziehen wir den Kunden nicht immer mit ein, denn das ist unser Mehrwert. Aber als wir bei der Produktion auf Probleme stoßen - zum Beispiel, dass etwas nicht passt oder die Zeichnung nicht ganz stimmt -, dann nehmen wir natürlich Kontakt auf uns suchen zusammen nach einer Lösung. Bei neuen Projekten ist der Kontakt intensiver und bei laufenden Aufträgen ist er meist etwas loser.“

Wie verläuft der Kontakt mit Kunden praktisch?
„Wenn ein Projekt einmal läuft, habe ich oft direkten Kontakt mit dem technischen Personal des Kunden. Das geht nicht mehr über die Einkaufsabteilung, sondern wirklich von Engineer zu Engineer. Das funktioniert wunderbar, man kann sich austauschen, einander schnell Rückmeldung geben und zusammen zur besten Lösung kommen. Bei jungen Kunden oder Startups helfe ich auch beim Einrichten ihrer Prozesse, damit sie verstehen, was wir von ihnen brauchen und wie sie eine technische Änderung am besten liefern können.“

Wie schaust du in die Zukunft und hast du bestimmte Ambitionen?
„Darüber denke ich schon nach. Mein Wunsch ist es, die Montagearbeit innerhalb von Nijdra auf ein höheres Niveau zu bringen. Mehr Kunden, mehr Spezialisierung, vor allem auf dem Gebiet der Cleanroom-Montage. Das ist eine große Herausforderung, denn der Markt wächst schnell, sicher in den Niederlanden und in Europa. Wenn wir weiterhin auf dem höchsten Niveau dabei sein wollen, müssen wir weiter investieren und innovieren. Meine Ambition ist es, dabei eine wichtige Rolle zu spielen, damit wir uns als Firma wirklich durch spezialisierte, hochwertige Montageprozesse unterscheiden.“